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Das Gesundheitsnetzwerk

Gesundheitsinformationen selbstbestimmt immer und überall dort zur Verfügung zu haben, wo Patienten es möchten - um dieses Ziel für ihre 25 Millionen Versicherten zu realisieren, entwickelt die AOK derzeit ein digitales Gesundheitsnetzwerk.

Mit Hilfe einer digitalen Gesundheitsplattform wird es ganz einfach, etwa den Entlassbrief des Krankenhauses an den Hausarzt zu übermitteln oder Informationen über Diagnosen an den behandelnden Facharzt weiterzuleiten. Bislang ist all das für Patienten und Ärzte nur mit hohem Aufwand möglich.

Pressekonferenz: AOK startet Gesundheitsnetzwerk in zwei Regionen

Mit zwei Piloten in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin startet die AOK ihr digitales Gesundheitsnetzwerk zum Datenaustausch zwischen Patienten, niedergelassenen Ärzten und Kliniken. Das Netzwerk bietet eine digitale Akte, mit der sich medizinische Informationen und Dokumente jederzeit bereitstellen und abrufen lassen. Dieser sektorenübergreifende Austausch soll die optimale Behandlung der Patienten unterstützen und zu mehr Patientensicherheit führen. „Unser Ziel ist ein bundesweites Angebot für die AOK-Versicherten, das regional verschieden ausgestaltet wird“, sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, auf der Pressekonferenz Mitte Oktober in Berlin.

Den Auftakt macht Anfang November der Pilot in Mecklenburg-Vorpommern mit zwei Kliniken, dem Ärztenetz „HaffNet“ und mit Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern. Zum Jahreswechsel folgt das AOK-Gesundheitsnetzwerk in Berlin mit neun Kliniken und 13 Medizinischen Versorgungszentren von Vivantes sowie dem Sana-Klinikum Lichtenberg.

Die Vision

digitales Netzwerk

Die AOK möchte mit ihren Partnern zukünftig neue Wege in der E-Health-Versorgung beschreiten. In einem digitalen Gesundheitsnetzwerk sollen die Potenziale digitaler Anwendungen grenzenlos genutzt werden, um die Gesundheitsversorgung durch einen besseren Informationsfluss zwischen Ärzten, Krankenhäusern, weiteren Akteuren im Gesundheitswesen und Patienten zu optimieren. Dem medizinischen Personal werden alle für die Behandlung des Patienten relevanten Informationen zur Verfügung stehen — immer und überall.

Dafür will die Gesundheitskasse unter der Federführung der AOKs Nordost, Plus, Baden-Württemberg und Bayern, sowie unter Beteilung des AOK Bundesverbandes gemeinsam mit starken Partnern eine in der Bundesrepublik einmalige Infrastruktur errichten, die die Versorgung revolutionieren wird. In enger Zusammenarbeit mit medizinischen Partnern entstehen nachhaltige und verantwortungsbewusste digitale Versorgungslösungen, in denen der Patient im Mittelpunkt steht.

Das Gesundheitsnetzwerk basiert auf innovativen, internationalen IT-, Sicherheits- und Datenschutz-Standards.

Der Mehrwert

Mit Hilfe des Gesundheitsnetzwerkes sind Medizinern im ambulanten und im stationären Bereich umfassende Informationen und Dokumentationen zugänglich, um Entscheidungen zu erleichtern. Insbesondere in der Koordination und Kommunikation zwischen medizinischen Einrichtungen entfaltet das Netzwerk seinen vollen Nutzen — im stationären Aufnahmeprozess oder beim Übergang in die stationäre sowie ambulante Pflege oder Rehabilitation.

Ein digitales Portal für den Patienten führt zu seiner besseren Einbindung und Information im Behandlungsprozess und nicht zuletzt zu einer Stärkung des Arzt-Patienten-Verhältnisses. Als Ergebnis des Projektvorhabens sollen alle Dokumente, wie etwa Impfpässe und Medikationspläne über Verfügungen bis hin zu medizinischen Tagebüchern und der Terminverwaltung, im Gesundheitsnetzwerk abgedeckt werden.

Absolute Datenhoheit

Vom behandelnden Arzt zur Verfügung gestellte Informationen kann der Patient mit Hilfe eines Portals einsehen und für weitere Ärzte, Krankenhäuser und sonstigen medizinischen Einrichtungen freigeben.

Souveräner Zugriff als Patient

Erstmalig ist es als Patient möglich auf die eigenen medizinischen Informationen souverän zu zuzugreifen, die sonst bei verschiedenen Medizinern und Therapeuten verteilt liegen.

Nativ im eigenen Verwaltungssystem

Der behandelnde Arzt oder Therapeut kann medizinische Dokumente und Befunddaten aus der vorhandenen Verwaltungssoftware zur Verfügung stellen.

FAQ

Mehr Informationen Steht das Gesundheitsnetzwerk in Konkurrenz zur Telematik Infrastruktur?

Nein, im Gegenteil. Das Gesundheitsnetzwerk wird so konzipiert, dass es sich an zukünftige Lösungen andocken lässt. Technisch wird das Gesundheitsnetzwerk herstellerneutral an der internationalen Methodik IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) ausgerichtet. IHE ist eine international anerkannte Methodik für die Vernetzung von Behandlungsinformationen zwischen Ärzten, Krankenhäusern und weiteren an der Behandlung Beteiligten. Sie bildet somit auch die Basis für den grenzenlosen Austausch medizinischer Informationen. Die Kommunikation nach IHE soll vor allem in der zentralen Telematikinfrastruktur der gematik abgebildet werden. Hierbei wird dann der Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) relevant.

Mehr Informationen Wie kann ein Versicherter am Gesundheitsnetzwerk teilnehmen?

Der Versicherte hat die Möglichkeit, sich bei seinem teilnehmenden Arzt oder über alle Kontaktkanäle der AOK über das Gesundheitsnetzwerk zu informieren. Der genaue Teilnahmeprozess wird noch definiert.

Mehr Informationen Welche Voraussetzungen muss der Versicherte zur Teilnahme erfüllen?

Am Gesundheitsnetzwerk können grundsätzlich alle Versicherten (Versicherte, Mitglieder) der AOK teilnehmen. Die Teilnahme des Versicherten ist freiwillig.

Mehr Informationen Können auch Versicherte anderer Krankenkassen teilnehmen?

Das Gesundheitsnetzwerk hat das Ziel, alle Akteure im Gesundheitssystem zu vernetzen. Die Lösung steht als offene Plattform schrittweise allen Akteuren zur Verfügung.

Mehr Informationen Wie kann ein medizinischer Partner am Gesundheitsnetzwerk teilnehmen?

Bei Interesse an einer Teilnahme kontaktiert der jeweilige Akteur des Gesundheitswesens die AOK. Anschließend erfolgt eine Bedarfsanalyse der technischen Mittel des Interessenten. Der Anbindungsprozess wird von der AOK begleitet.

Mehr Informationen Welche technischen Voraussetzungen muss ein medizinischer Partner zur Teilnahme erfüllen?

Der interessierte Gesundheitsakteur sollte medizinische Informationen bereits digital verarbeiten. Konkrete Anbindungsszenarien werden in gemeinsamen Workshops erarbeitet.

Mehr Informationen Wie können medizinische Partner Informationen zur Verfügung stellen bzw. einsehen?

Die Zurverfügungstellung und die Einsicht erfolgt integrativ im Praxisverwaltungs-/Krankenhausinformationssystem des jeweiligen teilnehmenden Gesundheitsakteurs. Diagnostizierte Befunde lassen sich vom behandelnden Arzt zur Einsicht markieren. Daraufhin wird ein Verweis zur ausgewählten Information in einem Register erstellt. Wenn anschließend die Freigabe durch den Versicherten erfolgt ist, können andere medizinische Einrichtungen diesem Verweis folgen und die Information im System des Erfassers einsehen. Dazu besteht die Möglichkeit ein Duplikat der (Fremd-)Information im eigenen System zu erstellen und in die eigene Patientenhistorie zu integrieren.

Mehr Informationen Wie können die vorhandenen Informationen durch den Versicherten eingesehen werden?

Der Versicherte kann mittels eines Onlineportals auf seine Informationen zugreifen, diese managen und für weitere Ärzte, Kliniken und andere medizinische Akteure freigeben. Dieses Portal lässt sich responsiv im Webbrowser, auf dem Smartphone oder einem Tablet bedienen.

Mehr Informationen Wer kann auf die medizinischen Informationen zugreifen?

Auf vorhandene Informationen zugreifen kann nur, wer durch den Versicherten eine Zugriffsberechtigung erhalten hat und die von der internationalen Initiative IHE entwickelten Zugriffs- und Authentifizierungsmechanismen bedienen kann. Diese sind Bestandteil einer Teilnahme am Gesundheitsnetzwerk.

Mehr Informationen Wie ist der Daten- und Informationsschutz gewährleistet?

Im Gesundheitsnetzwerk besteht keine Möglichkeit der globalen Einsichtnahme für Informationen von Versicherten – vielmehr wird ein „digitales Rechtekonzept“ konsequent umgesetzt. Der Versicherte hat die absolute Datenhoheit und entscheidet selbst, wer welche Informationen einsehen kann. Dabei bleiben der teilnehmende Arzt, das Krankenhaus oder andere medizinische Einrichtungen weiterhin Inhaber der von ihn erfassten behandlungsrelevanten Informationen. Die AOK besitzt nur die Versichertendaten, welche aufgrund ihres gesetzlichen Auftrages ohnehin rechtmäßig vorhanden sind. Die Gesundheitskasse erhält keinerlei Zugriff auf Befund- oder Behandlungsinformationen des Versicherten. Die Teilnahme am Gesundheitsnetzwerk erfolgt nach Authentifizierung des Interessenten, so dass der Kreis berechtigter Personen jederzeit geprüft werden kann.

Mehr Informationen Wo werden die Informationen gespeichert?

Behandlungsrelevante Informationen bleiben lokal beim Erfasser gespeichert. Es wird lediglich ein Verweis auf die vorhandene Information erstellt und in einem Register festgehalten.


Nochmal kurz erklärt

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